Kevin Simon hat im letzten Heimspiel gegen Gencler Birligi den Schiedsrichter beim Spielstand 0:2 darauf hingewiesen, dass der verhängte Strafstoß nach einem vermeintlichen Foul an ihm, unberechtigt sei. Daraufhin hat der Schiedsrichter seine Entscheidung korrigiert und das Spiel lief weiter. Diese außergewöhnliche und mutige Reaktion verdient nicht nur Dank und Respekt. Es verdient große Hochachtung von allen Fußballinteressierten im Profi- und Amateurfußball und allen Menschen, denen Fairplay am Herzen liegt. Der DFB hat ihm dafür spontan die ‚Fair-play-Medaille‘ verliehen. Kevin schildert seine Sichtweise und Eindrücke im Interview:

  

  • Wie hat sich die Spielsituation für Dich dargestellt?

Im Zweikampf mit dem Verteidiger ist der Ball über die Torauslinie. Der Schiedsrichter hat gepfiffen und ich habe den Daumen der Zustimmung gehoben, weil ich dachte, dass er auf Ecke entschieden hat. Er hatte aber auf den Elfmeterpunkt gezeigt, was ich gar nicht realisiert hatte. Dann sind die Spieler von Gencler Birligi auf den Schiedsrichter eingestürmt, bis er mich dann auch gefragt hat, ob der Verteidiger mich getroffen hat. Ich sagte ihm: ‚Er hat den Ball gespielt. Schiri, es war kein Elfer‘.

  • Hast du dabei lange überlegt oder war es eine spontane Reaktion?

Es war für mich eine ganz normale Reaktion. Mir war klar, dass ich den regulären Zweikampf bestätigen und zugeben muss. Ich will nicht unfair gewinnen und bin einfach fair. Es war für mich selbstverständlich, die Wahrheit zu sagen.

  • Gab es nach dem Spiel Reaktionen, vielleicht sogar Kritik von den Mannschaftskameraden?

Viele haben mir spontan ihre Anerkennung ausgesprochen. Alle standen hinter mir und es gab keine negativen Reaktionen oder gar Vorwürfe, obwohl wir das Spiel ja verloren haben. Bis zur Halbzeit hatten wir das 0:2 zum 2:2 ausgeglichen. Ich dachte insgeheim, dass es die ausgleichende ‚Fußballgerechtigkeit‘ sei. Leider hat sich das in der zweiten Hälfte überhaupt nicht bestätigt.

  • Gab es weitere Reaktionen zum Beispiel vom Gegner oder dem Schiedsrichter?

Der Schiedsrichter ist nach dem Spiel zu mir gekommen und meinte: ‚Das war sehr fair von Ihnen, ich werde das in meinem Spielbericht festhalten‘.

Nach der Halbzeitpause habe ich auf der Seite der Zuschauer von Gencler Birligi gespielt. Einige Zuschauer haben geklatscht und lobten ‚Super gemacht, Neuner!‘ (9 ist meine Rückennummer).

  • Wie denkst du heute, eine Woche später darüber? Würdest du wieder so handeln?

Ohne Wenn und Aber, JA. Fairness geht vor und ist für mich wichtig. Beim Fußball, im Sport, im Leben sollte man immer fair bleiben. Viele Mannschaften sollten sich manchmal um mehr Fairness bemühen, dann würde Fußball noch viel mehr Spaß machen.

Das Interview führte FCUler Manfred Fleckenstein.

Hier ein Foto von Kevin Simon, aufgenommen nach dem erfolgreichen Spiel in Krombach: